VITA Magazin
1-2021
10/19

...eine Logopädin?

Die Logopädie beschäftigt sich mit der Diagnose und der Behandlung von Störungen des Sprechens, der Sprache, der Stimme und des Schluckens. Die Kommunikationsfähigkeit der Betroffenen soll damit verbessert oder auch wiederhergestellt werden.


Wie definieren Sie den Begriff „Logopädie“?


Die Menschen, die zu mir kommen, legen mir in der Regel ein Rezept des überweisenden Arztes vor. Auf diesem steht „Stimm-, Sprech-, und Sprachtherapie“. Die Logopädie hat also ein sehr breit gefasstes Spektrum.


Wie läuft eine Behandlung bei Ihnen ab?


Nach einem einführenden Gespräch vergebe ich einen festen Termin, der einmal, zweimal oder manchmal sogar dreimal die Woche stattfindet. Menschen, die aus bestimmten Gründen nicht zu uns kommen können, besuche ich auch zuhause. Grundsätzlich gilt: Je jünger der Patient oder die Patientin, desto spielerischer verläuft die Therapie. Da arbeiten wir zum Beispiel mit Spielen wie „Mensch ärgere dich nicht“ oder Memory, das bei mir zum Lautspiel wird. Ansonsten mache ich mit den Patienten mundmotorische Übungen oder wir benutzen Material wie Kauschläuche oder Mundvorhofplatten, die die Patienten in vielen Fällen auch zum Üben mit nach Hause nehmen können. Seit Beginn der Corona-Pandemie nutzen wir häufig die Möglichkeit der Teletherapie. Sie hat gleich mehrere Vorteile: Es findet kein direkter Kontakt statt und viele Kinder sind in ihrer eigenen Umgebung außerdem deutlich freier und lassen sich besser auf die Therapie ein.


Wer kommt zu Ihnen?


Menschen aus allen Altersgruppen. Kinder, die kurz nach der Geburt therapiert werden – zum Beispiel von Behinderung bedroht oder mit einer Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte. Meine älteste Patientin war 97. Ansonsten Menschen mit Zungenfehlfunktionen (Lispeln), Menschen die einen Schlaganfall erlitten haben, die keinen Kehlkopf mehr haben, Menschen mit einer Behinderung oder mit Schluck- oder Stimmstörungen. 80 Prozent meiner Patienten sind Kinder. Sie werden häufig nach einer U-Untersuchung zu mir überwiesen. Oft stört Eltern auch, dass ihr Kind bestimmte Worte oder Laute nicht richtig aussprechen kann. Sie besprechen das dann mit ihrem Kinderarzt.


Was ist das Ziel einer logopädischen Therapie?


Nach der Therapie sollte der Patient oder die Patientin in der Lage sein, im Alltag seinen jeweiligen Voraussetzungen entsprechend kommunizieren zu können. Auch wenn Ausdrucksmöglichkeiten vielleicht dauerhaft eingeschränkt sind, sollten Gesprächssituationen dann bewältigt werden können.


Wie viele Sitzungen sind notwendig, bis Besserung eintritt?


Das ist ganz unterschiedlich. Manchmal braucht es nur vier Sitzungen – in anderen Fällen sind es 60 bis 70 Behandlungen. 


Wie wird man Logopädin?


Ich habe eine Ausbildung als Kinderkrankenschwester gemacht, danach den Beruf der Logopädin erlernt und 1996 abgeschlossen. Heute gibt es Schulen, die sich auf die Ausbildung oder den Studiengang der Logopädie spezialisiert haben – danach ist man staatlich anerkannte/r Logopäde/in oder hat sogar einen Bachelor oder Master of Health oder Science.

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