VITA Magazin
2-2021
5/19

Mund- und Zahngesundheit

Schon Kinder wissen es: Wer seine Zähne regelmäßig und gründlich putzt, hat weniger Probleme mit Karies & Co. Tatsächlich kann die richtige Zahnhygiene aber auch viele andere Krankheiten vermeiden


Gesundheit beginnt im Mund: Eine mangelhafte Zahnpflege richtet nicht nur Schaden an Zähnen und Zahnfleisch an, sondern kann sogar etwas mit Erkrankungen wie Schlaganfall, Diabetes oder Herzinfarkt zu tun haben. Eine Studie der Universität Barcelona hat gezeigt, dass sorgfältiges Zähneputzen das Risiko mindert, an einer Lungenentzündung zu erkranken. Der Grund dafür: Lungenentzündungen werden oft durch Bakterien verursacht, die sich im Mundraum ansiedeln. Wird dieser nicht immer wieder gereinigt, können sich die Erreger schneller in die Atemwege ausbreiten. Auch scheint es einen Zusammenhang zwischen einer Paradontose, einer Entzündung des Zahnbettes, und einer Arterienverkalkung zu geben: Die dabei ablaufenden Entzündungsprozesse erhöhen das Risiko für die Gefäßkrankheit.

Bis ins Alter gesunde Zähne

Auch an unseren Zähnen geht die Zeit nicht spurlos vorbei! Wer sie langfristig gesund erhalten möchte, kommt um eine gründliche und regelmäßige Zahnpflege nicht herum. Eine besondere Gefahr droht den Zähnen durch Zucker. Bestimmte Bakterien, die ihren natürlichen Lebensraum in unserer Mundhöhle haben, wandeln Zucker in aggressive Säuren um, die die Zähne angreifen und Karies verursachen. Gleichzeitig vermehren sich unerwünschte Keime, die die Entstehung einer Parodontitis in Gang setzen, die wiederum das Zahnfleisch und später sogar die Kieferknochen zerstören kann.

Wie sieht optimale Zahnpflege aus?

Ob die Zähne manuell oder mit einer elektrischen Zahnbürste geputzt werden, ist nicht entscheidend. Viel wichtiger ist die richtige Technik! Nach dem Frühstück und vor dem Schlafengehen ist die beste Zeit für die Zahnpflege: Geputzt werden sollte so  lange, bis sich alle Zähne und Zahnoberflächen spürbar glatt und sauber anfühlen. Dabei wird immer von Rot nach Weiß geputzt, also vom Zahnfleisch in Richtung Zahn. Reinigen Sie jeden Winkel des Gebisses mit kreisenden Bewegungen und sanftem Druck und vergessen Sie auch nicht die Zahninnenseiten. Halten Sie dazu die Bürste senkrecht. Die Zahnzwischenräume dürfen bei der Reinigung auf keinen Fall vergessen werden. Normale Zahnbürsten gelangen hier nicht hin: Das Risiko für die Entstehung von Karies ist dort deshalb besonders groß. Am besten eignen sich dafür Zahnzwischenraumbürsten, die es in verschiedenen Größen gibt und Zahnseide.

Wie geht Zahnpflege bei Kindern?

Geputzt wird von Anfang an: Sobald das erste Zähnchen da ist, sollte es rundum gesäubert werden. Weil die meisten kleinen Kinder noch nicht über das notwendige Verantwortungsgefühl und die Feinmotorik verfügen, die für eine  regelmäßige Zahnpflege notwendig sind, müssen die Eltern sie unterstützen. Damit das Putzen nicht weh tut, eignen sich sehr weiche Zahnbürsten für Kinder besonders gut. Außerdem gibt es spezielle Kinderzahnpasten, die weniger Fluorid enthalten. Im Alter von etwa zwei Jahren starten die Kleinen eigene Putzversuche: Eltern sollten jetzt aber noch unbedingt nachreinigen. Auch der Einsatz von Zwischenraumbürsten und Zahnseide sollte früh geübt werden: Karies an verborgenen Stellen kann so gar nicht erst entstehen.

Regelmäßige Zahnprophylaxe: Muss das sein?

Ein- bis zweimal im Jahr sollte eine professionelle Zahnreinigung durchgeführt werden. Dabei werden in der Zahnarztpraxis  Beläge auf den Zahnoberflächen, in den Zwischenräumen und den sogenannten Zahnfleischtaschen entfernt – dem Raum zwischen Zahn und Zahnfleisch. Der Dentalhygieniker nutzt dafür ein Ultraschallgerät und spezielle Haken – weicher Plaque wird mit Wasserstrahlgeräten und Bürsten entfernt. Nach der Reinigung werden die Zähne noch mit einer speziellen Paste poliert. Die professionelle Zahnreinigung ist natürlich kein Ersatz für das zweimal tägliche gründliche Zähneputzen, sondern immer eine zusätzliche Maßnahme.

Wie geht Hygiene bei Dritten Zähnen?

Auch Menschen, die einen Zahnersatz tragen, müssen auf Hygiene achten. Die „Dritten“ sollten allerdings außerhalb des Mundes gereinigt werden – und das einmal täglich. Wie an natürlichen Zähnen setzen sich auch am Gebiss Essensreste, Bakterien und abgestorbene Schleimhautzellen fest – was in der Folge Entzündungen oder Mundgeruch nach sich ziehen kann. Der Zahnersatz sollte unter fließendem Wasser gesäubert werden. Normale Zahnpasta eignet sich dafür allerdings nicht: Sie enthält oft Schmirgelstoffe, die die Zahnoberflächen beschädigen können. Sitzen die künstlichen Zähne fest im Gebiss, können sie wie die eigenen Zähne geputzt werden. Auch hier dürfen die Zahnzwischenräume natürlich nicht vergessen werden! Obwohl an den künstlichen Zähnen keine Karies entstehen kann,  ist das dazwischen liegende Zahnfleisch dennoch gefährdet. Sammeln sich hier Bakterien, kann eine Parodontitis entstehen – die zum Zahnfleischschwund und schließlich zu einer Rückbildung des Kieferknochens führen kann. 


Regelmäßige und gründliche Zahnpflege erhält die Mundgesundheit ein Leben lang – wer seine Zähne nicht vernachlässigt, kann sich bis ins hohe Alter auf sie verlassen.