Was genau macht die Hamburger Tafel?
Die Hamburger Tafel sammelt überschüssige Lebensmittel und liefert diese an inzwischen fast 70 soziale Einrichtungen und 27 Lebensmittelausgaben. Diese wiederum geben sie weiter an bedürftige Menschen oder verarbeiten sie. Dafür unterhält die Tafel Kooperationen mit Hamburger Supermärkten, Hotels und Restaurants. Anders als andere Institutionen haben wir keine eigenen Ausgabestellen, übernehmen aber den kompletten administrativen und logistischen Ablauf vom Sammeln der Lebensmittel über deren Lagerung bis hin zur Verteilung.
Was für Einrichtungen sind das?
Wir beliefern zum Beispiel Mutter-Kind Häuser, kirchliche Einrichtungen, Obdachloseneinrichtungen, Winternotprogramme, Senioreneinrichtungen, Einrichtungen für psychisch erkrankte Menschen oder für Kinder- oder Jugendarbeit, Spielhäuser.
Wer steht dahinter und seit wann gibt es die Tafel?
Gegründet wurde die Hamburger Tafel im November 1994 von Annemarie Dose, einer Hausfrau und Mutter, die sich nach dem Tod ihres Mannes einer wohltätigen Sache widmen wollte. Heute stehen hinter der Tafel 120 ehrenamtliche Helfer, fünf Festangestellte und fünf Vorstandsmitglieder. Bei den Ehrenamtlichen handelt es sich häufig um Ältere, die wieder mehr Zeit für andere Dinge als den Beruf haben. Wir freuen uns über jeden, der uns unterstützt!
Ist die Tafel in ganz Hamburg aktiv?
In ganz Hamburg und im Hamburger Umland. Neben unserem Engagement in Hamburg unterstützen wir kleinere Tafeln, die im Umland tätig sind. Das Ganze passiert auf täglich acht Touren, die alle von unserer Zentrale in Jenfeld aus starten.
Wie finanziert sich das Projekt?
Ausschließlich durch Spenden. Zum Glück ist Hamburg eine sehr großzügige und solidarische Stadt! Wir erhalten Spenden von Privatpersonen und Unternehmen, die uns zum Teil seit Jahren regelmäßig bedenken. Viele Firmen und Vereine unterstützen uns auch mit Benefizveranstaltungen oder sammeln bei Jubiläen oder Betriebsfesten für uns. Tatsache ist, dass wir jedes Jahr wieder bei 0 anfangen und hoffen, dass wir mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln durchkommen. Bisher ist das immer gelungen.
Hat die Corona Pandemie etwas an Ihrer Arbeit verändert?
Wir hatten große Sorge um unsere ehrenamtlichen Helfer - viele von ihnen sind älter als 60 oder 70. Schwierig war auch, dass während des Shut-Downs etwa 90 Prozent der Ausgabestellen in den Kirchen oder Gemeindehäusern geschlossen waren. Wir haben unsere Arbeitsweise dann schnell umgestellt und vorgepackte Tüten kontaktarm ausgegeben. Zum Packen brauchten wir natürlich nochmal viele zusätzliche Helfer. Nach verschiedenen Aufrufen in Printmedien und im Radio standen diese dann aber ganz schnell zur Verfügung.

