VITA Magazin
4-2020
7/19

Wenn die Prinzessin plötzlich zum Punk wird

Bei Mädchen geht es meistens früher los, als bei Jungen: Die Pubertät stellt das Leben von Jugendlichen und ihren Eltern häufig total auf den Kopf 

Plötzlich ist alles anders: Mit der Pubertät werden aus schmusebedürftigen Engelchen von heute auf morgen oft zickige kleine Biester. Zärtlichkeit und Wut, Trauer und Begeisterung liegen jetzt eng beieinander! Die jungen Mädchen gehen täglich durch Wechselbäder der Gefühle. Auch das Kinderzimmer verändert sich: Neben Bilder von Pferden und Einhörnern gesellen sich zunehmend Poster von Pop- und Serienstars – das Handy wird zum ständigen Begleiter. Gerade Mütter – bis dato die engsten Vertrauten der jungen Mädchen – erleben während der Pubertät oft heftige Verbalattacken. Damit möglichst entspannt umzugehen, ist nicht immer einfach.

Zeit voller Herausforderungen

Die körperlichen Veränderungen, die Mädchen während der Pubertät erleben, sind ein echter Einschnitt in ihrem Leben. Mit dem Eintritt der Periode schließlich drängen ungewollt völlig neue Perspektiven in ihr Bewusstsein – Empfängnis, Schwangerschaft und Mutterschaft sind auf einmal realistische Möglichkeiten. Dass sich alle dramatischen Veränderungen in den  Seelen der Mädchen spiegeln, ist kein Wunder: Hin- und hergerissen zwischen verloren gegangener Kindheit und den Verlockungen des Erwachsenseins zeigen sie sich mal zuckersüß und mal aufsässig.

Ganz wichtig: in Kontakt bleiben

Mädchen in der Pubertät brauchen vor allem eines: Orientierung. Ein Garant für Beständigkeit in ihrer sich verändernden Welt müssen die Eltern sein! Diese sollten eine klare Meinung haben, die sie im Streitfall auch durchsetzen – dabei sollten allerdings immer Argumente ins Feld geführt werden, warum Regeln nicht nur bei Kindern, sondern auch bei Jugendlichen Sinn machen. Hilfreich ist auch, sich an die eigene Pubertät zu erinnern. Das macht es oft möglich, die Ruhe zu bewahren und die Dinge vielleicht sogar von ihrer heiteren Seite zu sehen. Ebenfalls wichtig: Loben Sie Ihre Tochter, wann immer sich die Gelegenheit dazu bietet und zeigen Sie ihr, dass Sie stolz auf sie sind. Egal, was passiert – bleiben Sie immer miteinander im Gespräch. Gehen Sie auch auf sie zu, wenn es mal richtig Krach gegeben hat: So entsteht die Gewissheit, dass die Familie ein sicherer Ort ist.